Einstieg in die Rockmusik

Nachdem mein sechsjähriger Sohn seit einigen Wochen Schlagzeugunterricht nimmt und er schon mit einem Freund erste Pläne für eine zukünftige Band schmiedet, habe ich von meiner Frau den Auftrag bekommen ihm eine “Rock”-Playlist zusammenzustellen.Während ich mir über die Zusammenstellung der Liste Gedanken gemacht habe, ist mir aufgefallen, dass ich auf andere Weise Musik gehört habe, als mein Sohn. In seinem Alter hatte ich im Prinzip nur zwei Quellen für Musik. Die erste war die Plattensammlung meiner Eltern. Die Sammlung war natürlich geprägt durch den Geschmack meiner Eltern und im Umfang beschränkt. So habe ich die Platten – abhängig davon, wie mir das Cover gefallen hat – Lieder für Lied immer wieder durchgehört. Mit der Hoffnung ein Lied zu entdecken, das mir gefällt. Da ich bei diesen Suchaktionen die Nadel des Plattenspielers meist manuell bewegt habe, hat dieses Vorgehen bleibende Spuren bei den Platten, die mir besonders gut gefallen haben, hinterlassen. Meine zweite Quelle für Musik war das Radio. Mit einer Kassette habe ich, immer wenn mir ein Lied gefallen hat, dieses aufgenommen. Natürlich selten von Anfang an, oft mit einem Moderator, der das Lied unterbricht und immer mit der Sorge, dass ich ein Lied überspiele, das mir wichtig war. Im Vergleich zu meiner Kindheit ist die Musik bei meinem Sohn in Form von musikalischer Früherziehung, jeder Menge Kinderlieder-CDs und den Playlisten und CDs seiner Mutter beim Autofahren auf eine Art vertreten, die es weniger notwendig macht, auszuwählen und auf Band zu bewahren. Die Lieder liegen heutzutage digital vor und wenn er ein Lied nochmal hören will, reicht es aus dem Font des Autos heraus das Kommando “nochmal!” oder “jetzt Lied 4” zu geben.

Mit der “Rock”-Playlist möchte ich ihm eine, mit den Schallplatten vergleichbare, beschränkte und durch meinen Musikgeschmack geprägte Auswahl geben. Schwierig hierbei ist zum einem Lieder zu finden, die mir nicht nur heute, sondern auch als sechsjähriges Kind gefallen hätten und die natürlich in erster Linie meinem Sohn zusagen. Um der Auswahl Grenzen zu setzen, habe ich mich dafür entschieden, dass die Gesamtspielzeit 74 Minuten (Laufzeit einer “klassischen” CD) nicht überschreiten darf und jede Band nur einmal vertreten ist. Und nun zur Liste “Max Rock Vol.1”.

Paranoid – Black Sabbath (1970)

Wenn ich in zwei Worten zusammenfassen sollte, was für mich Musik ist, trifft es “Black Sabbath” recht genau.

Sex On Fire – Kings of Leon (2008)

Da ich zu der Zeit als Sex on Fire ursprünglich im Radio gespielt wurde oft im Stau nach Stuttgart stand, wurde ich auf den Titel aufmerksam. Wie in meiner Kindheit erst in Bruchstücken, beim zufälligen Durchzappen durch die Radiosender und irgendwann habe ich den Titel und die Gruppe mitbekommen. Seitdem höre ich das Lied immer wieder gerne. Zum Text stellt mir mein Sohn in den nächsten Jahren hoffentlich erst mal keine Fragen.

The Phoenix – Fall Out Boy (2013)

Der Anfang des Lieder war mir zu Beginn merkwürdig vertraut. Es hat eine Weile gedauert, bis ich gemerkt habe, dass Peter Fox “Alles Neu” sehr ähnlich beginnt. Dank des Wikipediaartikels zu “The Phoenix” weiß ich inzwischen, dass sich beide von Dimitri Shostakovich haben inspirieren lassen.

Ten Thousand Fists – Disturbed (2005)

Im Abspann von “Dawn of the Dead (2004)” lieferten Disturbed mit “Down with the Sickness” einen fantastischen Abschluss für einen fantastischen Film. Auch wenn ich nach nun 14 Jahren keine Gänsehaut mehr bekomme – die Erinnerung an das Gefühl blieb auch bei den folgenden Alben der Band erhalten.

Enter Sandman – Metallica (1991)

Mein erster Kontakt mit Metallica war “Enter Sandman”. Auch wenn ich heute je nach Stimmung andere Lieder der Band vorziehe, repräsentiert dieses Lied ihren Sound für mich immer noch am besten.

Major System Error – Marmozets (2018)

Auch dieses Jahr gab es gute neue Musik.

Even Flow – Pearl Jam (1992)

Wenn ich mich recht erinnere, wurde ich bei einer Sitzung unserer Schülerzeitung von einer Klassenkameradin gefragt, ob ich Pearl Jam oder Nirvana vorziehe – und ich hatte keinen Plan worum es eigentlich ging…

Before I Forget – Slipknot (2004)

Gerüchteweise ist Slipknot die einzige Band, die mehr Mitglieder als Fans hat. Kann ich für mich nicht nachvollziehen und mag den aggressiv befreienden Sound der Band.

Replica – Fear Factory (1995)

Laut, hart und doch melodisch. Nach heute erinnert mich der Sound an einen gewissen alten Peugeot 309.

Every You Every Me – Placebo (1998)

1998 klang Placebo in meinen Ohren “anders”, heute nach 20 Jahren immer noch “frisch”.

Burn Baby Burn – Ash (2001)

Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich damals auf dieses Lied aufmerksam wurde. Gut ist’s trotzdem.

Mr. Blue Sky – Electric Light Orchestra (1977)

Zu Recht findet sich dieser Tango auch auf den hervorragend zusammengestellten Mixtapes der Guardians of the Galaxy.

Smells Like Teen Spirit – Nirvana (1991)

Nachdem ich mit der Frage Pearl Jam oder Nirvana in meiner Jugend zuerst nicht viel anfangen konnte, hat mir MTV Nirvana nähergebracht.

Dream On – Aerosmith (1973)

Mein erstes eigenes Album von Aerosmith war “Nine Lives”, bei dem ich heute noch beim Hören an den Quake Leveleditor denken muss, da das Album zu der Zeit bei mir in der Endlosschleife im Hintergrund lief. Fast ein viertel Jahrhundert vor Nine Lives hatten Aeorosmith mit Dream on einen #6 Hit in den Billboard-Charts.

(Don’t Fear) The Reaper – Blue Öyster Cult (1976)

Das Lied passend zum Blog – blog.grimreapers.de.

Paint It Black – The Rolling Stones (1966)

Wenn ich die Stones mit den Beatles vergleiche, treffen beide Bands meinem Musikgeschmack auf sehr unterschiedliche Weise. Die Lieder der Beatles gefallen mir in der Regel und ich kann ihre Musik stundenlang “nebenbei” hören. Bei den Stones gefallen mir nur einzelne Lieder – allen vorweg “Paint It Black”.

Don’t Stop Me Now – Queen (1978)

Die Energie dieses Lied hat auch nach 40 Jahren nicht nachgelassen. In ein, für mich nahezu perfektes, “Greatest Hits” Album eingebettet, begleitet mich dieses Lied schon sehr lange. Als iTunes bei mir diesen Sommer ungefragt das Cover des Greatest Hits Album durch das Cover des Originalalbums “Jazz” ersetzt hatte, habe ich begonnen über den Tellerrand der Queen Greatest Hits Alben hinauszuschauen und wurde nicht enttäuscht.


Mich auf diese 17 Titel festzulegen, war gar nicht so einfach. Nachdem die Liste fertig war, sind mir noch viele weiter Lieder eingefallen, die ich gerne auf die Liste genommen hätte, aber keines, das ich dafür im Austausch von der Liste nehmen wollte. Trotzdem würde ich – sollte ich eine zweite Rock-Liste erstellen – die Spielzeit der Liste auf 45 Minuten (Laufzeit einer C90 Kassettenseite) limitieren und neben der Beschränkung auf ein Lied pro Band auch nur ein Lied pro Jahrgang zulassen.

Elf der Titel auf der Liste wurden erst Jahre nachdem ich selbst sechs Jahre alt war, aufgenommen. Tatsächlich war vieles – oder eher fast alles – was ich selbst in dem Alter gehört habe eher “Pop”. Je nachdem wie die Rock-Liste ankommt, erstelle ich vielleicht noch eine Pop-Liste.

Playlisten

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